Die Reise 2015

In INDIEN mit MATTHIAS WEIGOLD

Vom heiligen Fluss Ganges nach Dharamsala, dem Exilort des Dalai Lama

vom 23. Mai bis 7. Juni 2015

 

 

Was wir erlebt haben:

Der Ankunftsort war New Delhi, die Hauptstadt Indiens. Das Hotel für die erste Nacht hatte ich wie immer im alten Stadtteil Pahar Ganj gebucht, den ich so sehr liebe. Denn so konnten wir uns von der Flugreise erholen und später schon mit wenigen Schritten in das farbige Leben Indiens eintauchen. Wie immer um diese Jahreszeit war es enorm heiß, aber das Hotel hatte eine schattige Dachterrasse mit Ventilatoren. Und: Es gilt diese Zeit des Jahres zu wählen, denn in den Vorbergen des Hinmalaya, wo unsere Ziele liegen, hat gerade erst der Frühling begonnen.

Die erste Station der Reise war der Pilgerort Laxman Jhula mit seinen Tempeln und Ashrams. Hier strömt der Ganges, der heilige Fluss Indiens, kühl und klar aus den Vorbergen des Himalaya in die „Große Ebene“ Nordindiens. Sadhus, die orangefarben gekleideten Wandermönche Indiens, meditieren an seinem Ufer. Ein Bad im Ganges ist mehr als nur eine Erfrischung, das dahinströmende Wasser reinigte auch unsere Herzen und Seelen von ihren Schatten. Wir blieben fünf Tage, um in Ruhe in die Zeitverschiebung, das ungewohnte Klima und die einzigartige Intensität Indiens zu gleiten. Stressfreie Ausflüge u.a. in die Yoga-Hochburg Rishikesh, in den legendeären Beatles-Ashram und zum feierlichen Abendritual an den Ghats der heiligen Stadt Haridwar erschlossen uns die Region.

Von Laxman Jhula reisen wir komfortabel mit dem Taxi zu Füßen des Himalaya weiter nach Westen. Wir machten Zwischenstation in der Modellstadt Chandigarh mit dem irrealen Kunstprojekt Stone Garden und erreichten dann den sagenumwobenen Bergsee von Rewalsar. An seinem Ufer liegen, einzigartieg in Indien, ein hinduistischer Tempel, eine buddhistische Gompa, ein Gurdwara der Sikhs und ein Tempel zu Ehren des Tantra-Meisters Padmasambhava. Im nun angenehmen Bergklima, stiegen wir über alte Hirtenwege hinauf zum Höhlentempel des Padmasambhava und entzündeten dort eine Butterlampe für einen unserer tiefsten Wünsche.

Wieder nahmen wir zur Weiterfahrt ein Taxi, denn auf dem Weg zur nächsten Station Manal, wollten wir Galerie und Museum des russischen Malers, Philosophen, Forschers und Mystikers Nicholas Roerich in dem angelegenen Dorf Naggar besuchen.

In Manali erwartete uns ein ganz anderes Indien. Manali liegt auf 1.900 Metern Höhe im Tal des Flusses Beas, die schneebedeckten Berge überragen das Tal mit majestätischer Präsenz. Wegen seines eher sehr frischen Klimas war Manali früher ein beliebter Erholungsort britischer Kolonialoffiziere. An der belebten Hauptstraße, der Mall, gibt es Märkte und Restaurants. Um Ruhe und Erholung zu finden, haben wir Quartier in Old Manali bezogen. Und weil es der Zufall gut mit uns meinte, wurden wir Zeuge eines der malerischen Tempelfeste, bei denen in Prozessionen Sänften mit wild herumtobenden Regionalgöttren zum Tempel getragen werden und Orakel in Trance mit schrillen Schreien die Zukunft des Dorfes verkünden.

Ziel der Reise war Dharamsala, der Exilsitz des Dalai Lama. Und noch einmal änderte sich die Atmosphäre. Waren wir bisher dem hinduistischen und dem animistisch-archaischen Indien in all seiner exotischen Farbigkeit begegnet, bot sich uns hier der tibetische Buddhismus in Reinkultur. Besonders eindrücklich erlebten wir das in den Tempeln von McLeod Ganj, einem Außenbezirk fast 1000 Meter hoch über von Dharamsala gelegen, wo der Sitz des Dalai Lama und der Exilregierung Tibets ist. Leider weilte der Dalai Lama nicht in seiner Residenz, aber allein die stillen Stunden in seinem Tempel und die Momente, als wir Zeugen wurden, wie die Lehrmönche im Garten des Tempels die traditionellen religiösen Dispute übten, waren wunder-voll.

Mit dem Flugzeug (und nicht wie bei der vorangegangenen Reise mit dem Nachtbus) kehrten wir nach New Delhi zurück.